Abos und Verträge prüfen: 8 einfache Möglichkeiten, im Alltag Geld zu sparen

Viele Menschen möchten ihre monatlichen Ausgaben reduzieren, ohne dabei auf Lebensqualität verzichten zu müssen. Häufig denken wir zuerst an den Einkauf im Supermarkt, die Heizkosten oder größere Anschaffungen.

Dabei gibt es einen Bereich, der leicht übersehen wird: laufende Verträge und Abonnements.

Ob Mobilfunkvertrag, Streamingdienst, Versicherung oder Zeitschriftenabo – zahlreiche Beträge werden jeden Monat automatisch vom Konto abgebucht. Einzelne Zahlungen erscheinen oft gering.

Zusammengerechnet können sie jedoch eine beträchtliche Summe ergeben.

Gerade für Menschen ab 50 lohnt es sich, regelmäßig die eigenen Abos und Verträge zu prüfen. Denn mit der Zeit verändern sich persönliche Bedürfnisse, während manche Verträge unverändert weiterlaufen.

Wir zeigen Ihnen acht einfache Möglichkeiten, wie Sie unnötige Ausgaben erkennen und langfristig Geld sparen können.

1. Kontoauszüge auf regelmäßige Abbuchungen überprüfen

Der erste Schritt zu mehr finanzieller Übersicht beginnt beim eigenen Konto.

Nehmen Sie sich etwas Zeit und kontrollieren Sie Ihre Kontoauszüge der vergangenen drei bis sechs Monate.

Achten Sie besonders auf Beträge, die regelmäßig abgebucht werden.
Dazu gehören beispielsweise:

Versicherungsbeiträge
Handy- und Internetverträge
Streamingdienste
Mitgliedschaften
Zeitschriftenabonnements
Kostenpflichtige Apps
Weitere regelmäßige Dienstleistungen
Notieren Sie alle wiederkehrenden Zahlungen in einer einfachen Liste.

Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob Sie die jeweilige Leistung weiterhin nutzen möchten. Wichtig ist, einen vollständigen Überblick zu bekommen.

Praktisches Beispiel:

Ein Streamingdienst kostet monatlich 12 Euro, eine kaum genutzte App weitere 5 Euro.

Zusammen sind das 17 Euro im Monat und 204 Euro im Jahr.

Wer solche Ausgaben erkennt, kann anschließend entscheiden, welche davon wirklich notwendig sind.

Alltagstipp: Markieren Sie regelmäßige Abbuchungen auf Ihren Kontoauszügen. So erkennen Sie schneller, welche Verträge jeden Monat Geld kosten.

2. Streamingdienste und Mitgliedschaften hinterfragen

Filme, Serien, Musik und Hörbücher lassen sich heute bequem über verschiedene Abonnementdienste nutzen.

Viele Haushalte besitzen allerdings mehrere solcher Abonnements gleichzeitig.

Das muss nicht grundsätzlich schlecht sein. Problematisch wird es erst, wenn Dienste bezahlt werden, die kaum noch genutzt werden.

Stellen Sie sich deshalb einige einfache Fragen:

Nutze ich diesen Dienst regelmäßig?
Gibt es ähnliche Angebote, die ich bereits bezahle?
Würde mir ein einzelnes Abonnement ausreichen?
Kann ich den Dienst vorübergehend kündigen und später erneut abonnieren?

Auch Mitgliedschaften in Vereinen, Fitnessstudios oder anderen Einrichtungen sollten gelegentlich überprüft werden.
Vielleicht haben sich Ihre Interessen verändert oder Sie nutzen ein Angebot deutlich seltener als früher.

Bevor Sie kündigen, sollten Sie allerdings prüfen, ob besondere Vorteile oder günstige Altvertragskonditionen verloren gehen würden.

Praktischer Tipp: Schreiben Sie bei jedem Abonnement auf, wann Sie es zuletzt tatsächlich genutzt haben. Das erleichtert die Entscheidung.

3. Handy- und Internetverträge vergleichen

Mobilfunk- und Internettarife verändern sich regelmäßig.

Ein Vertrag, der vor einigen Jahren günstig war, muss heute nicht mehr das beste Angebot sein.

Besonders ältere Verträge enthalten manchmal Leistungen, die gar nicht benötigt werden.

Vielleicht bezahlen Sie für ein großes Datenvolumen, obwohl Sie Ihr Smartphone überwiegend zu Hause über WLAN nutzen.

Oder Ihr Internetanschluss bietet eine besonders hohe Geschwindigkeit, die für Ihre persönlichen Anforderungen nicht notwendig ist.

Vergleichen Sie deshalb gelegentlich Ihren aktuellen Tarif mit anderen Angeboten.

Achten Sie dabei nicht ausschließlich auf den monatlichen Preis.

Wichtig sind außerdem:
Vertragslaufzeit
Kündigungsfrist
Einmalige Anschlusskosten
Netzabdeckung
Tatsächlich benötigtes Datenvolumen
Preis nach Ablauf möglicher Rabattaktionen

Manchmal genügt bereits ein Anruf beim bisherigen Anbieter, um einen günstigeren Tarif zu erhalten.

Alltagstipp: Halten Sie vor einem Tarifvergleich Ihre letzte Rechnung bereit. Dort finden Sie wichtige Angaben zu Ihrem bisherigen Vertrag.

4. Versicherungen auf unnötige Doppelversicherungen prüfen

Versicherungen sollen vor finanziellen Risiken schützen. Deshalb ist es wichtig, nicht einfach möglichst viele Verträge zu kündigen.

Dennoch kann sich eine sorgfältige Überprüfung lohnen.

Manche Menschen besitzen beispielsweise mehrere Versicherungen, deren Leistungen sich teilweise überschneiden.

Andere bezahlen weiterhin für einen Schutz, der aufgrund veränderter Lebensumstände nicht mehr benötigt wird.

Prüfen Sie insbesondere, ob sich Ihr persönlicher Versicherungsbedarf verändert hat.

Mögliche Gründe sind:

Eintritt in den Ruhestand
Umzug
Verkauf eines Fahrzeugs
Veränderungen im Haushalt
Bereits vorhandener Versicherungsschutz über andere Verträge
Achten Sie auch darauf, ob bestimmte Leistungen bereits in einer bestehenden Versicherung enthalten sind.

Wichtig: Eine private Haftpflichtversicherung gehört beispielsweise zu den besonders wichtigen Absicherungen. Auch andere Versicherungen können unverzichtbar sein, abhängig von Ihrer persönlichen Situation.
Kündigen Sie daher keinen wichtigen Versicherungsschutz, ohne die möglichen Folgen zu prüfen.

Bei Unsicherheit kann eine unabhängige Beratung durch eine Verbraucherzentrale sinnvoll sein.

Praktischer Tipp: Legen Sie Ihre Versicherungsunterlagen nebeneinander und erstellen Sie eine Übersicht über Leistungen, Beiträge und Kündigungsfristen.

5. Strom- und Gastarife regelmäßig vergleichen

Energiekosten gehören in vielen Haushalten zu den größeren regelmäßigen Ausgaben.

Neben einem bewussten Verbrauch kann auch die Wahl des passenden Tarifs einen Unterschied machen.

Wer seinen Strom- oder Gasvertrag schon längere Zeit nicht überprüft hat, sollte die aktuellen Vertragsbedingungen kontrollieren.

Wichtig sind dabei insbesondere der Arbeitspreis pro Kilowattstunde und der jährliche Grundpreis.

Auch Preisgarantien, Vertragslaufzeiten und Kündigungsbedingungen spielen eine Rolle.

Beim Vergleich verschiedener Anbieter sollten Sie darauf achten, dass die Angebote zu Ihrem tatsächlichen Jahresverbrauch passen.

Besondere Vorsicht ist bei Tarifen geboten, die nur durch hohe einmalige Neukundenboni besonders günstig erscheinen.

Ein niedriger Preis im ersten Jahr bedeutet nicht automatisch, dass der Vertrag langfristig vorteilhaft ist.

Praktischer Tipp: Nehmen Sie Ihre letzte Jahresabrechnung zur Hand. Dort finden Sie Ihren bisherigen Verbrauch und die wichtigsten Vertragsdaten.

So können Sie Angebote besser miteinander vergleichen.

6. Zeitschriftenabonnements und kostenpflichtige Apps kontrollieren

Viele Menschen haben über die Jahre verschiedene Abonnements abgeschlossen.

Dazu gehören beispielsweise Zeitungen, Zeitschriften, digitale Magazine oder kostenpflichtige Anwendungen auf dem Smartphone.

Einige dieser Angebote werden regelmäßig genutzt und bieten einen echten Mehrwert.

Andere geraten irgendwann in Vergessenheit.
Besonders bei Smartphone-Apps lohnt sich ein genauer Blick.

Manche Anwendungen werden zunächst kostenlos angeboten. Nach einer Testphase beginnt jedoch automatisch ein kostenpflichtiges Abonnement, sofern es nicht rechtzeitig gekündigt wird.

Prüfen Sie deshalb regelmäßig Ihre laufenden App-Abonnements.
Auf Android-Smartphones können Sie entsprechende Abonnements unter anderem über die Abonnementverwaltung von Google Play kontrollieren. Bei Apple-Geräten erfolgt dies über die Einstellungen des jeweiligen Benutzerkontos.

Beachten Sie, dass nicht alle Abonnements über den App-Store verwaltet werden. Manche müssen direkt beim Anbieter gekündigt werden.

Alltagstipp: Löschen Sie eine kostenpflichtige App nicht einfach nur vom Smartphone. Das Entfernen der Anwendung beendet ein bestehendes Abonnement normalerweise nicht automatisch.

7. Kündigungsfristen und Vertragsverlängerungen beachten

Ein günstigerer Vertrag bringt wenig, wenn der bisherige Vertrag noch lange weiterläuft oder zusätzliche Kosten entstehen.

Deshalb sollten Sie vor jeder Kündigung die geltenden Vertragsbedingungen überprüfen.

In Deutschland gelten für viele Verbraucherverträge inzwischen verbraucherfreundlichere Kündigungsregelungen.

Bei zahlreichen Verträgen, die seit dem 1. März 2022 abgeschlossen wurden, ist nach Ablauf der ursprünglichen Mindestlaufzeit eine Kündigung mit einer Frist von höchstens einem Monat möglich.

Für bestimmte Vertragsarten, beispielsweise Versicherungen, gelten allerdings besondere Vorschriften.

Auch ältere Verträge können anderen Regelungen unterliegen.

Prüfen Sie daher immer die Bedingungen Ihres konkreten Vertrags.

Bei vielen online abschließbaren Dauerschuldverhältnissen müssen Unternehmen außerdem einen gut auffindbaren Kündigungsbutton bereitstellen.

Bewahren Sie Kündigungsbestätigungen sorgfältig auf.
Praktischer Tipp: Tragen Sie wichtige Kündigungstermine direkt in Ihren Kalender ein.

Am besten setzen Sie zusätzlich einige Wochen vorher eine Erinnerung.
So bleibt genügend Zeit, um Angebote zu vergleichen und eine Entscheidung zu treffen.

8. Eine persönliche Vertragsübersicht erstellen

Wer seine Verträge dauerhaft im Blick behalten möchte, sollte eine einfache Übersicht anlegen.

Dafür benötigen Sie weder besondere Computerkenntnisse noch eine komplizierte Software.

Ein Notizbuch oder ein Blatt Papier reicht vollkommen aus.
Notieren Sie zu jedem Vertrag:

Name des Anbieters
Art des Vertrags
Monatlicher oder jährlicher Beitrag
Vertragsbeginn
Kündigungsfrist
Nächster möglicher Kündigungstermin

Wichtige Besonderheiten

Bewahren Sie diese Übersicht zusammen mit Ihren Vertragsunterlagen auf.

Wenn Sie lieber digital arbeiten, können Sie dafür auch eine einfache Tabelle verwenden.

Wichtig ist, dass die Übersicht verständlich bleibt und regelmäßig aktualisiert wird.

Überprüfen Sie Ihre Verträge beispielsweise zweimal im Jahr.
So verhindern Sie, dass unnötige Kosten über längere Zeit unbemerkt entstehen.

Alltagstipp: Legen Sie einen festen Termin für Ihren persönlichen Vertragscheck fest, beispielsweise im Januar und im Juli.

Wie viel Geld lässt sich tatsächlich sparen?

Wie hoch die mögliche Ersparnis ausfällt, hängt von den persönlichen Verträgen und Gewohnheiten ab.

Nicht jeder Haushalt besitzt unnötige Abonnements oder bezahlt zu viel für bestehende Leistungen.


Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt jedoch, wie sich kleinere Beträge summieren können.

Angenommen, Sie entdecken folgende Einsparmöglichkeiten:
Ein nicht mehr benötigtes Streamingabonnement kostet 12 Euro monatlich.

Durch einen günstigeren Handytarif sparen Sie weitere 8 Euro.

Eine kaum genutzte kostenpflichtige App kostet 5 Euro im Monat.

Zusammen ergibt das eine monatliche Ersparnis von 25 Euro.

Auf ein ganzes Jahr gerechnet sind das 300 Euro.

Dieses Beispiel zeigt: Auch kleinere Veränderungen können langfristig einen spürbaren Unterschied machen.

Dabei geht es nicht darum, auf alles zu verzichten.

Viel wichtiger ist es, das eigene Geld bewusst für die Dinge auszugeben,
die tatsächlich Freude bereiten oder im Alltag benötigt werden.

Regelmäßige Vertragskontrolle schafft finanzielle Übersicht
Wer seine Abos und Verträge prüft, kann nicht nur Geld sparen, sondern gewinnt auch einen besseren Überblick über die eigenen Finanzen.

Gerade im Ruhestand oder bei einem festen monatlichen Budget ist es hilfreich, regelmäßige Ausgaben genau zu kennen.
Dabei sollten Sie nicht vorschnell kündigen.

Vergleichen Sie Leistungen, Preise und Vertragsbedingungen sorgfältig.
Ein günstigerer Tarif ist nur dann wirklich vorteilhaft, wenn er weiterhin zu Ihren Bedürfnissen passt.


Manchmal lohnt es sich auch, einen bestehenden Vertrag unverändert zu lassen.

Entscheidend ist, dass Sie Ihre Ausgaben bewusst überprüfen und selbst bestimmen, welche Leistungen Ihnen wichtig sind.

AlltagPllus50-Tipp

Nehmen Sie sich einmal im Monat 20 Minuten Zeit für einen kleinen Finanzcheck.

Schauen Sie Ihre Kontoauszüge durch und prüfen Sie, ob ungewöhnliche oder unnötige Abbuchungen vorhanden sind.

Kontrollieren Sie außerdem, ob neue Abonnements hinzugekommen sind oder bestehende Verträge bald verlängert werden.

Sie müssen nicht alle Verträge auf einmal bearbeiten.

Beginnen Sie einfach mit einem Bereich, beispielsweise Ihren Handyverträgen oder Streamingdiensten.

Im nächsten Monat können Sie sich Ihre Versicherungen oder Energiekosten ansehen.

So behalten Sie Schritt für Schritt den Überblick, ohne sich mit zu vielen Unterlagen gleichzeitig beschäftigen zu müssen.

Denn Geld sparen bedeutet nicht zwangsläufig verzichten. Oft genügt es schon, die eigenen Ausgaben regelmäßig zu hinterfragen und bewusste Entscheidungen zu treffen.